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Was Dieser Leitfaden Abdeckt
Dieses technische Nachschlagewerk richtet sich an Lebensmittelwissenschaftler, F&E-Formulierer und Beschaffungsfachleute, die Mungobohnenprotein als funktionelle Zutat für die Entwicklung pflanzlicher Produkte bewerten. Es liefert detaillierte Daten zu Protein-Isolierungsmethoden, Aminosäurezusammensetzung, funktionellen Eigenschaften unter relevanten Lebensmittelverarbeitungsbedingungen, Spezifikationsqualitäten und praktische Formulierungshinweise für die wichtigsten Anwendungskategorien.
Für gesundheitliche Vorteile und verbraucherorientierte Ernährungsanwendungen von Mungobohnenprotein siehe unseren Gesundheits- & Ernährungsleitfaden für Bio-Mungobohnenprotein. Für Vergleiche verwandter Hülsenfruchtproteine siehe unsere Leitfäden zu Ackerbohnenprotein und Kichererbsenprotein.
Botanische Quelle und Proteinkontext
Mungobohnenprotein wird aus den entschälten Kotyledonen von Vigna radiata (L.) Wilczek isoliert, derselben Hülsenfruchtart, die Mungobohnenstärke und Mungobohnenfäden (Glasnudeln) hervorbringt. Der Proteingehalt ganzer Mungobohnen liegt zwischen 24 % und 28 % auf Trockenmassebasis, was deutlich höher ist als bei den meisten Getreidekörnern (8-12 %) und vergleichbar mit anderen Hülsenfrüchten wie Linsen (25-28 %) und Kichererbsen (20-25 %).
Mungobohnenprotein hat aus drei Gründen industrielle Aufmerksamkeit gewonnen, die es von etablierteren Pflanzenproteinen unterscheiden:
- Niedriges Allergenitätsprofil — Anders als Sojabohnen (ein Big-8-Allergen) und Weizengluten (Auslöser von Zöliakie) hat Mungobohnenprotein keine wesentliche regulatorische Allergenkennzeichnung in den Rahmenwerken der USA (FDA), der EU (EFSA) oder des Codex Alimentarius.
- Mildes Geschmacksprofil — Sensorikpanels beschreiben Mungobohnenprotein durchgängig als weniger „bohnig“ oder „grasig“ als Erbsenprotein, mit geringeren Werten an Hexanal und anderen Lipidoxidationsflüchtlingen, die typischerweise Fehltöne verursachen.
- Co-Produkt-Synergie — Die Mungobohnenstärke-Industrie erzeugt bereits einen proteinreichen Nebenproduktstrom, wodurch eine wirtschaftlich tragfähige Lieferkette für lebensmitteltaugliche Proteinisolate entsteht.
Ernährungswissenschaftlicher Kontext
| Komponente | Ganze Mungobohne | Mungobohnenprotein-Isolat (80 %) | Erbsenprotein-Isolat (80 %) |
|---|---|---|---|
| Protein (% Trockenmasse) | 24–28 | 80–85 | 80–85 |
| Fett (%) | 1,0–1,5 | 2,0–4,0 | 3,0–5,0 |
| Gesamtkohlenhydrate (%) | 60–65 | 3,0–6,0 | 2,0–4,0 |
| Asche (%) | 3,0–4,0 | 4,0–6,0 | 4,0–6,0 |
| Feuchtigkeit (%) | 10–12 | 5,0–8,0 | 5,0–8,0 |
Proteinisolierung und Verarbeitung
Stärke-Protein-Trennung: Das industrielle Fundament
Die Mungobohnenprotein-Produktion ist eng mit der Mungobohnenstärke-Herstellung verbunden. Ganze Mungobohnen werden zunächst entschält und anschließend in einem wässrigen Medium nass vermahlen. Die Stärkekörner (15-35 μm, oval bis nierenförmig) setzen sich aufgrund ihrer Größe und Dichte schnell ab, während der proteinreiche Überstand für die weitere Verarbeitung gewonnen wird.
Wichtige Verfahrensschritte:
- Reinigung und Entschälen — Entfernung der Samenschale (Testa) mit abrasiven Schälmaschinen. Die Schalenfraktion (~8-10 % des Samengewichts) ist reich an unlöslichen Ballaststoffen und wird der Tierfutter- oder Faserzutaten-Verarbeitung zugeführt.
- Einweichen — Die entschälten Spaltkörner werden in Wasser (Verhältnis Bohne zu Wasser 1:3 bis 1:5) bei 25-40 °C für 4-12 Stunden eingeweicht, um die Kotyledonen zu erweichen und die endogene Enzymaktivität zu initiieren, die Stärke-Protein-Komplexe teilweise abbaut.
- Nassvermahlung — Die eingeweichten Spaltkörner werden mit zusätzlichem Wasser mit einer Steinmühle oder Stiftmühle vermahlen. Die Aufschlämmung durchläuft eine Reihe von Sieben (80-200 Maschen), um die Fasern abzutrennen.
- Stärkesedimentation — Die gesiebte Aufschlämmung gelangt in Sedimentationsbehälter oder Hydrozyklone. Stärkekörner setzen sich aufgrund ihrer höheren Dichte (1,48-1,52 g/cm³ gegenüber ~1,35 g/cm³ für Proteinkörper) ab. Der proteinreiche Überstand ist das Ausgangsmaterial für die Proteinisolierung.
- Proteingewinnung — Es gibt zwei Hauptwege:
Weg A: Alkalische Extraktion-Isoelektrische Fällung (AE-IP)
Das konventionelle und am weitesten verbreitete kommerzielle Verfahren:
- Extraktion: Der proteinreiche Überstand wird mit lebensmitteltauglichem NaOH oder KOH auf pH 9,0-10,0 eingestellt. Bei alkalischem pH steigt die Proteinlöslichkeit dramatisch an, wenn sich der pH vom isoelektrischen Punkt entfernt. Die Extraktion erfolgt bei 40-50 °C für 30-60 Minuten unter kontinuierlichem Rühren.
- Klärung: Der alkalische Extrakt wird bei 3 000-5 000 × g zentrifugiert, um unlösliche Fasern und Reststärke zu entfernen.
- Isoelektrische Fällung: Der geklärte Extrakt wird mit lebensmitteltauglicher HCl oder Zitronensäure auf pH 4,2-4,6 angesäuert (den isoelektrischen Punkt der Mungobohnen-Globuline, die 60-70 % des Gesamtproteins ausmachen). Das Protein fällt als Bruch aus.
- Neutralisierung und Trocknung: Der Proteinbruch wird gewaschen, mit NaOH auf pH 6,8-7,2 neutralisiert und sprühgetrocknet.
| Prozessparameter | Typischer Bereich | Auswirkung auf die Proteinqualität |
|---|---|---|
| Extraktions-pH | 9,0–10,0 | Höherer pH → höhere Ausbeute, aber mögliche Lysinoalanin-Bildung |
| Extraktionstemperatur | 40–50 °C | Über 55 °C → verstärkte Denaturierung, verringerte Löslichkeit |
| Fällungs-pH | 4,2–4,6 | Optimal am pI der 8S-Globulinfraktion |
| Sprühtrockner-Einlasstemperatur | 170–190 °C | Höher → geringere Feuchtigkeit, aber mögliche Maillard-Schäden |
| Sprühtrockner-Auslasstemperatur | 80–95 °C | Entscheidend für den Erhalt der Löslichkeit |
Weg B: Enzymatische Extraktion
Aufkommende Alternative für Premium-Bioprotein:
- Mechanismus: Kohlenhydratspaltende Enzyme (Cellulase, Hemicellulase, Pectinase) bauen die Polysaccharidmatrix der Zellwand ab, die Proteinkörper in den Kotyledonenzellen einbettet, und setzen so Protein ohne aggressive alkalische Bedingungen frei.
- pH: Wird während des gesamten Prozesses bei 6,0-7,0 gehalten, wodurch die native Proteinkonformation erhalten bleibt.
- Vorteile: Höherer Löslichkeitsindex (85-92 % gegenüber 65-78 % bei AE-IP), bessere Emulgierkapazität, keine Lysinoalanin-Bildung, einfachere Einhaltung der Bio-Zertifizierung.
- Nachteile: Höhere Enzymkosten, längere Verarbeitungszeit (2-4 Stunden gegenüber 1-2 Stunden bei AE-IP), geringere Gesamtausbeute (65-75 % gegenüber 80-88 % bei AE-IP).
Wegvergleich für Formulierer
| Eigenschaft | AE-IP-Weg | Enzymatischer Weg |
|---|---|---|
| Proteinreinheit (Trockenmasse) | 80–85 % | 78–83 % |
| Löslichkeit bei pH 7 | 65–78 % | 85–92 % |
| Emulgieraktivitätsindex | 25–35 m²/g | 35–48 m²/g |
| Emulsionsstabilität | 70–80 % | 80–90 % |
| Schaumbildungsvermögen | 40–60 % | 55–75 % |
| Farbe (L*-Wert) | 75–82 | 78–85 |
| Sensorik (Bohnigkeit) | Mäßig | Mild |
| Kostenindex | 1,0× | 1,3–1,6× |
Aminosäureprofil und Proteinqualität
Vollständige Aminosäurezusammensetzung
Mungobohnenprotein gehört zur 7S/8S-Globulinfamilie (Vicilin-artige Speicherproteine), die sein Aminosäureprofil bestimmt. Die 8S-Globulinfraktion macht etwa 60-70 % des Gesamtproteins aus, wobei die 7S-Globulin- und Albuminfraktionen den Rest bilden.
| Aminosäure | Gehalt (g/100 g Protein) | FAO/WHO-Referenzmuster (Erwachsene) | Aminosäure-Score |
|---|---|---|---|
| Essentielle Aminosäuren | |||
| Histidin (His) | 2,5–3,1 | 1,5 | 1,67–2,07 |
| Isoleucin (Ile) | 4,0–4,8 | 3,0 | 1,33–1,60 |
| Leucin (Leu) | 7,5–8,5 | 5,9 | 1,27–1,44 |
| Lysin (Lys) | 6,0–7,2 | 4,5 | 1,33–1,60 |
| Methionin + Cystein (Met+Cys) | 1,8–2,4 | 2,2 | 0,82–1,09 |
| Phenylalanin + Tyrosin (Phe+Tyr) | 8,0–9,5 | 3,8 | 2,11–2,50 |
| Threonin (Thr) | 3,0–3,8 | 2,3 | 1,30–1,65 |
| Tryptophan (Trp) | 0,8–1,0 | 0,6 | 1,33–1,67 |
| Valin (Val) | 4,5–5,5 | 3,9 | 1,15–1,41 |
| Nicht-essentielle Aminosäuren | |||
| Asparaginsäure + Asparagin (Asx) | 11,0–13,0 | — | — |
| Glutaminsäure + Glutamin (Glx) | 16,0–19,0 | — | — |
| Serin (Ser) | 4,5–5,5 | — | — |
| Glycin (Gly) | 3,5–4,5 | — | — |
| Arginin (Arg) | 6,5–7,5 | — | — |
| Alanin (Ala) | 4,0–5,0 | — | — |
| Prolin (Pro) | 3,5–4,5 | — | — |
PDCAAS- und DIAAS-Bewertung
PDCAAS (Protein Digestibility Corrected Amino Acid Score):
Die erste limitierende Aminosäure im Mungobohnenprotein ist das schwefelhaltige Paar (Methionin + Cystein) mit einem Aminosäure-Score von 0,82-1,09, je nach Sorte und Anbaubedingungen. Die tatsächliche fäkale Proteinverdaulichkeit bei Ratten liegt zwischen 78-85 %, was einen PDCAAS von etwa 0,60-0,70 ergibt.
Zum Vergleich:
- Sojaprotein-Isolat: PDCAAS 0,92-1,00
- Erbsenprotein-Isolat: PDCAAS 0,70-0,82
- Mungobohnenprotein-Isolat: PDCAAS 0,60-0,70
- Reisprotein-Isolat: PDCAAS 0,45-0,55
In-vitro-DIAAS-Schätzung (Digestible Indispensable Amino Acid Score) auf Basis der statischen INFOGEST-Verdauungsprotokolle legt einen DIAAS von 0,65-0,75 für Mungobohnenprotein-Isolat nahe, wenn Methionin die limitierende Aminosäure ist.
Aminosäure-Komplementierung
Mungobohnenprotein ist reich an Lysin, aber limitiert in schwefelhaltigen Aminosäuren — das klassische Aminosäuremuster von Hülsenfrüchten. Dadurch ist es ein wirksames komplementäres Protein, wenn es mit Getreideproteinen (Reis, Weizen) kombiniert wird, die lysinarm, aber methioninreich sind:
| Mischung | Verhältnis | PDCAAS (geschätzt) |
|---|---|---|
| Mungobohne : Reisprotein | 50:50 | 0,75–0,85 |
| Mungobohne : Erbsenprotein | 50:50 | 0,68–0,78 |
| Mungobohne : Naturreis : Erbse | 40:30:30 | 0,72–0,82 |
Funktionelle Eigenschaften für die Formulierung
Proteinlöslichkeit
Die Löslichkeit ist die mit Abstand wichtigste funktionelle Eigenschaft, da sie fast alle anderen Funktionalitäten bestimmt — ein unlösliches Protein kann weder effektiv emulgieren, schäumen noch gelieren.
pH-Löslichkeitsprofil (AE-IP-Mungobohnenprotein, 80 %):
| pH | Löslichkeit (%) | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 2,0 | 25–35 | Unterhalb des Löslichkeitsminimums, säuredenaturiert |
| 3,0 | 15–25 | Nahe dem pI-Bereich |
| 4,0–4,5 | 5–12 | Minimum des isoelektrischen Punkts (pI) |
| 5,0 | 20–30 | Übergangszone |
| 6,0 | 40–55 | Zunehmend |
| 7,0 | 65–78 | Neutraler pH, gute Löslichkeit |
| 8,0 | 72–85 | Alkalischer Bereich |
| 9,0 | 80–90 | Maximale Löslichkeit |
Temperatur-Löslichkeitsprofil (pH 7,0):
| Temperatur (°C) | Löslichkeit (%) | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 20 | 68–78 | Umgebungstemperatur |
| 40 | 70–80 | Leicht verbessert |
| 60 | 40–55 | Beginn der Denaturierung |
| 80 | 15–25 | Starke Denaturierung |
| 90 | 8–15 | Nahezu vollständige Denaturierung |
Formulierungshinweis: Mungobohnenprotein funktioniert am besten in neutralen bis leicht alkalischen Formulierungen (pH 6,5-8,0) bei Prozesstemperaturen unter 60 °C. Für saure Getränke (pH 3,5-4,5) werden alternative Proteine oder löslichkeitsverbessernde Modifikationen empfohlen.
Emulgiereigenschaften
| Parameter | Mungobohnenprotein (AE-IP) | Mungobohnenprotein (enzymatisch) | Erbsenprotein (AE-IP) |
|---|---|---|---|
| Emulgieraktivitätsindex (m²/g) | 25–35 | 35–48 | 30–40 |
| Emulsionsstabilitätsindex (min) | 20–30 | 30–45 | 18–28 |
| Öltröpfchengröße (d₄,₃, μm) | 15–25 | 8–18 | 12–22 |
| Kritische Konzentration (g/L) | 10–15 | 8–12 | 8–12 |
Mungobohnenprotein bildet Öl-in-Wasser-Emulsionen mit mäßiger Stabilität. Die 8S-Globulinfraktion trägt zur Oberflächenaktivität an der Öl-Wasser-Grenzfläche bei, während die Albuminfraktion für elektrostatische Stabilisierung sorgt. Die Emulgierung ist stark pH-abhängig, mit optimaler Leistung bei pH 7-8, wo sich Oberflächenhydrophobie und Ladung des Proteins günstig kombinieren.
Schaumeigenschaften
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Schaumbildungsvermögen bei pH 7,0 | 40–60 % (Volumenzunahme) |
| Schaumstabilität nach 30 min | 55–70 % (Restvolumen) |
| Optimale Proteinkonzentration | 1,0–2,0 % (w/v) |
Das Schaumbildungsvermögen ist im Vergleich zu Eiklarprotein (300-400 %) mäßig, aber ausreichend für Anwendungen, bei denen ein hohes Schaumvolumen nicht entscheidend ist, wie proteinangereicherte Teige oder die Belüftung von Tiefkühldesserts. Die Schaumstabilität ist überraschend gut, da die 8S-Globuline einen viskoelastischen Grenzflächenfilm bilden.
Wasser- und Ölbindevermögen
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Wasserbindevermögen | 2,5–3,5 g Wasser/g Protein |
| Ölbindevermögen | 2,0–3,0 g Öl/g Protein |
Diese Werte sind vergleichbar mit Sojaprotein-Isolat (WBV 3,0-4,0, ÖBV 2,5-3,5) und ausreichend für Fleischanaloge und Bäckereianwendungen, bei denen Feuchtigkeitsretention und Fettbindung erwünscht sind.
Geliereigenschaften
Minimale Gelierkonzentration (LGC): 12-16 % (w/v) bei pH 7,0, Erhitzen auf 90 °C für 30 Minuten, anschließend Abkühlen auf 4 °C.
Der Geliermechanismus umfasst die hitzeinduzierte Entfaltung der 8S-Globulin-Untereinheiten, die Exposition hydrophober Bereiche und die anschließende Protein-Protein-Aggregation zu einem dreidimensionalen Netzwerk. Die Gelstärke ist mäßig — geringer als bei Sojaprotein, aber höher als bei Reisprotein.
| Proteinkonzentration (% w/v) | Gelstärke (g Kraft) |
|---|---|
| 10 | Kein Gel |
| 12 | Schwaches Gel (15–25) |
| 14 | Mäßiges Gel (30–50) |
| 16 | Festes Gel (55–80) |
| 18 | Starkes Gel (85–120) |
Spezifikationsqualitäten und Qualitätsparameter
Handelsübliche Qualitätsspezifikationen
| Parameter | Mungobohnenprotein 80 % | Mungobohnenprotein 85 % |
|---|---|---|
| Protein (N × 6,25, Trockenmasse) | ≥ 80,0 % | ≥ 85,0 % |
| Feuchtigkeit | ≤ 8,0 % | ≤ 8,0 % |
| Fett | ≤ 4,0 % | ≤ 3,0 % |
| Asche | ≤ 6,0 % | ≤ 5,0 % |
| Gesamtkohlenhydrate (per Differenz) | ≤ 8,0 % | ≤ 5,0 % |
| Rohfaser | ≤ 2,0 % | ≤ 1,5 % |
| pH (5 % wässrige Dispersion) | 6,5–7,5 | 6,5–7,5 |
| Farbe (L-Wert, CIELAB)* | ≥ 75 | ≥ 78 |
| Partikelgröße (D₉₀, μm) | ≤ 150 | ≤ 120 |
Partikelgrößenverteilung
| Qualität | D₁₀ (μm) | D₅₀ (μm) | D₉₀ (μm) | Anwendungseignung |
|---|---|---|---|---|
| Feines Pulver | 15–25 | 45–65 | 80–100 | RTD-Getränke, Instant-Pulvermischungen |
| Standardpulver | 25–40 | 60–80 | 120–150 | Proteinriegel, Backwaren, Fleischanaloge |
| Grobes Pulver | 50–80 | 100–130 | 180–220 | Texturierte Pflanzenproteine (TVP)-Extrusion |
Mikrobiologische Spezifikationen
| Parameter | Grenzwert |
|---|---|
| Gesamtkeimzahl | ≤ 10.000 KBE/g |
| Hefen & Schimmelpilze | ≤ 100 KBE/g |
| Coliforme | ≤ 10 KBE/g |
| E. coli | Negativ in 1 g |
| Salmonella spp. | Negativ in 25 g |
| Bacillus cereus | ≤ 100 KBE/g |
Schwermetallgrenzwerte (Konformität mit EU-Verordnung 1881/2006)
| Metall | Grenzwert (mg/kg) |
|---|---|
| Blei (Pb) | ≤ 0,20 |
| Cadmium (Cd) | ≤ 0,10 |
| Arsen (As) | ≤ 0,10 |
| Quecksilber (Hg) | ≤ 0,05 |
Anwendungsmatrix für Formulierer
| Anwendungskategorie | Empfohlene Qualität | Verwendungsniveau (% w/w) | Hauptfunktion | Kritischer Faktor |
|---|---|---|---|---|
| Proteinpulvermischungen | 80 % Fein | 50–100 (in der Mischung) | Ernährung + milder Geschmack | Löslichkeit, Dispergierbarkeit |
| RTD-Proteingetränke | 85 % Fein oder enzymatisch | 3–8 | Proteinfestigung | pH-stabile Löslichkeit |
| Proteinriegel | 80 % Standard | 15–25 | Textur + Protein | WBV, Haltbarkeitshärte |
| Pflanzliche Fleischanaloge | 80 % Grob/Standard | 6–15 | Wasserbindung + Textur | Gelierung, WBV |
| Bäckerei (Brot, Kekse) | 80 % Standard | 3–10 | Proteinanreicherung | Teigrheologie |
| Glutenfreie Produkte | 80 % Fein | 5–12 | Struktur + Protein | Mit Stärke kombinieren |
| Säuglingsnahrung | 85 % Fein | 2–6 | Aminosäurebilanz | Reinheit, Mikrobiologie |
| Milchalternativen | 80 % Standard | 2–5 | Proteinfestigung | Geschmackskompatibilität |
| Extrudierte Snacks | 80 % Grob | 10–20 | Expansion + Protein | Extrusionsverhalten |
| Klinische/Medizinische Ernährung | 85 % Fein | Variabel | Hypoallergenes Protein | Reinheit, Aminosäureprofil |
Substitutionshinweise
Beim Ersetzen anderer Pflanzenproteine durch Mungobohnenprotein:
| Ersetzt | Substitutionsverhältnis | Erforderliche Anpassung |
|---|---|---|
| Erbsenprotein (80 %) | 1:1 | Für die meisten Anwendungen keine; der Geschmack kann sich leicht verbessern |
| Sojaprotein (90 %) | 1,15:1 | Proteindefinition anpassen; mehr Wasser erforderlich |
| Reisprotein (80 %) | 1:1 | Löslichkeit beim Ziel-pH testen |
| Weizengluten (75 %) | 1,3:1 | Glutenfrei-Aussage möglich; Bindemittel für die Struktur hinzufügen |
Bio-Zertifizierung und Qualitätskontrolle
Zertifizierungsrahmen
Bio-Mungobohnenprotein muss den Bio-Vorschriften des Zielmarktes entsprechen:
| Markt | Standard | Wichtigste Anforderung |
|---|---|---|
| Vereinigte Staaten | USDA NOP 7 CFR Part 205 | Keine synthetischen Pestizide, Non-GMO-Saatgut, zertifizierter Verarbeiter |
| Europäische Union | EU-Verordnung 2018/848 | Gleichwertige Standards, Drittparteien-Zertifizierung |
| China | GB/T 19630 | Nationaler Bio-Produktstandard |
| Japan | JAS Organic | Von MAFF akkreditierte Zertifizierungsstelle |
Typische QC-Parameter für Bio-Qualität
Über die Standard-Spezifikationen hinaus wird Bio-Mungobohnenprotein typischerweise getestet auf:
| Test | Methode | Typische Spezifikation |
|---|---|---|
| Pestizidrückstände (500+ Screening) | GC-MS/MS, LC-MS/MS | ≤ LOQ (0,01 mg/kg) |
| Glyphosat/AMPA | LC-MS/MS | ≤ 0,01 mg/kg |
| GVO-Screening | PCR (35S, NOS, FMV) | Negativ |
| Mykotoxine (Aflatoxin B1/B2/G1/G2, OTA) | HPLC-FLD | ≤ EU-Grenzwerte |
| Acrylamid | LC-MS/MS | ≤ 0,1 mg/kg |
| Allergen-Kreuzkontakt (Soja, Gluten) | ELISA | ≤ 20 ppm |
Vergleich mit anderen Pflanzenproteinen
| Parameter | Mungobohnenprotein (80 %) | Erbsenprotein (80 %) | Sojaprotein (90 %) | Reisprotein (80 %) |
|---|---|---|---|---|
| Protein (Trockenmasse) | 80–85 % | 80–85 % | 88–92 % | 78–82 % |
| PDCAAS | 0,60–0,70 | 0,70–0,82 | 0,92–1,00 | 0,45–0,55 |
| Limitierende AS | Met+Cys | Met+Cys | Met+Cys | Lys |
| Löslichkeit (pH 7) | 65–78 % | 40–60 % | 35–50 % | 10–20 % |
| Geschmack | Mild, leicht süß | Grasig, bohnig | Bohnig, bittere Noten | Fade, leicht getreidig |
| Allergenstatus | Nicht-allergen (regulatorisch) | Nicht-allergen (regulatorisch) | Big-8-Allergen (FDA) | Nicht-allergen (regulatorisch) |
| GVO-Risiko | Sehr gering (kein kommerzielles GVO-Mungobohnenprotein) | Gering | Hoch (~94 % GVO in den USA) | Gering |
| Farbe (L)* | 75–82 | 72–80 | 80–88 | 82–88 |
| Kostenindex | 1,3–1,6× | 1,0× | 0,6–0,8× | 0,8–1,0× |
Die Daten und Spezifikationen in diesem Leitfaden stellen typische Werte für kommerziell erhältliche Bio-Mungobohnenprotein-Zutaten dar. Einzelne Lieferanten können Produkte mit unterschiedlichen Spezifikationen anbieten. Beschaffungsfachleute sollten für jedes Produktionslos Analysezertifikate (CoA) anfordern und die Übereinstimmung mit ihren produktspezifischen Anforderungen überprüfen.
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